Ich (in der sog. Popmusik, Abt. Nische) tätig, in den siebziger Jahren habe ich durchaus hier und da auf allzu blöde (oder, aber leider selten: auf besonders gute) Kritiken reagiert, also den Schreiber kontaktiert. Die Reaktion war immer nichtssagend. Bei »blöden« war natürlich Unverständnis die Regel – wär es anders, hätte er ja nicht »blöde« geschrieben. Mit den, die schreiben können und sich auch um die Fakten kümmenr, bin ich bis heute gerne in Kontakt. Es sind aber nur zwei. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass »Pop«-Journalisten auch gut sein können, bei einem Besuch (und Konzert) in der DDR, kurz vor dem Zusammenbruch dieses Landes: deren Fragen waren sinnvoll, die hatten sich vorbereitet, die nahmen die Musik ernst, die waren schlicht: seriös.
Das waren wir in den Jahren zuvor »im Westen« überhaupt nicht gewohnt. Das war ein Unterschied wie Franz-Josef Wagner (West) zu Heinz Knobloch (Ost).

( Mit »blöde« Kritik mein ich nicht negative, sondern richtig schlecht geschriebene, ahnungslose, falsche Fakten bringend, verschwurbelte, absurde; siehe z. B. diese kleine launige Sammlung hier: http://bit.ly/1jJUNEs )